Woche 1

Die erste Woche des Auslandspraktikums neigt sich dem Ende. Hier folgt mein kleiner Rückblick der letzten 7 Tage.

Sonntag:

Mittags auf dem Belfast International Airport gelandet, ging es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Richtung Innenstadt. Als wir dann nach einer Fahrt durch atemberaubende Landschaften im Stadtzentrum ankamen, wurden wir von einer Mitarbeiterin der Intern Europe Agency in Belfast begrüßt. Diese hatte für uns bereits Taxis(„Cabs“) organisiert mit denen es dann zur Unterkunft ging. Dort angekommen hieß es zunächst einmal : Zimmer begutachten.

Mein Bett
Der Blick aus meinem Fenster

Nachdem die Zimmer bezogen waren meldete sich der Magen und da bot es sich an dem „Spar“-Supermarkt von gegenüber einen Besuch abzustatten. Die Preise schienen zunächst etwas happig doch wie sich später noch herausstellen sollte ist hier alles etwas teurer als man es gewöhnt ist (besonders wenn man es direkt in Euro gegenrechnet). Wieder in der Unterkunft ankommen entstand die Idee am ersten Abend auswärts essen zu gehen und so kam es, dass wir im „China China“-All You Can Eat gespeißt haben. Das Essen hatte uns dann die Magen gefüllt, auch wenn das asiatische Essen teilweise einen irischen Touch hatte. Nachdem die Zeche bezahlt war, torkelten wir durch die Straßen zurück zum Quartier und ließen unsere Häupter in unseren Betten nieder.

Montag:

Nach einer etwas durchwachsenen ersten Nacht im neuen Bett, stellten die Bauarbeiter vor meinem Fenster sicher, das ich nicht zu ausgeruht in den ersten Tag startete. Um den Magen etwas zu füllen, wurde das Willkommenspaket ein wenig ausgedünnt und dann hieß es eine Einkaufsliste zu erstellen um eine Grundversorgung zu besorgen. Nachdem dies geschehen war machten wir uns fertig und auf in Richtung großen Supermarkt, welcher nur einen 10-Minuten Spaziergang weit entfernt lag. Zu meinem Erstaunen ähnelte der vordere Teil des Ladens eher einem Modegeschäft für Kinder anstatt einem Supermarkt für Lebensmittel. Nachdem die Liste abgearbeitet war, hatte sich jeder von uns noch ein paar Kleinigkeiten für den Eigenbedarf in den Wagen getan. Danach hieß es, alles zur Unterkunft zu schaffen. Die Ausbeute ist auf dem Bild zu erkennen.

Von unserer ersten Unternehmung ein wenig erholt, ging es dann am Nachmittag zur Intern Europe Agency. Erneut sehr freundlich von einer Mitarbeiterin begrüßt, wurden dann einige Formalitäten geklärt und ein paar hilfreiche Infos zu Stadt und Kultur an uns weitergegeben. In einer größeren Gruppe mit neuen Praktikanten aus anderen Nationen wurden wir dann zur City Hall geführt.

City Hall von Belfast

An der City Hall ankommen bekamen wir dann das OK uns selbstständig weiter umsehen zu können. Auf unseren Smartphones tauchte dann ein Lidl unweit unserer Position auf. Sofort beschlossen wir dort ein Blick rein zuwerfen, denn vielleicht gibt es dort etwas das ein wenig Heimat nach Übersee holt. Doch leider mussten wir zu unserem Bedauern feststellen, dass sich das Angebot leider nicht ähnelt. Etwas getrübt mit dennoch vollen Taschen ging es dann wieder nach Hause, wo wir uns von dem Trip erholten und dann später Abendessen zubereiteten. Das Abendessen war ein 1-Gänge Menu bestehend aus Nudeln mit Tomatensauce. Ich war für das Kochen zugeteilt und hatte, zur Erheiterung unserer italienischen Mitbewohnerinnen, ein paar Patzer während der Zubereitung. Nachdem Töpfe und Teller leer waren wurde nur noch Abgewaschen und dann hatten wir den Abend entspannt ausklingen lassen.

Dienstag:

Morgens, pünktlich wie ein Uhrwerk, haben mich die Bauarbeiter von gegenüber erneut aus dem Schlaf gerissen. Nur dieses Mal war es sogar ein Vorteil denn so „musste“ ich aus dem Bett an den Frühstückstisch wo die anderen bereits saßen und aßen. Nebenbei wurde ein wenig Karten gespielt und schon bald trennte sich die Truppe auf und jeder ging seiner Wege in Richtung der jeweiligen Praktikumsstellen. Roderic und ich blieben übrig und machten uns dann ebenfalls fertig. Wir haben das Glück gemeinsam in einer Firma untergebracht worden zu sein, so fühlt man sich zu beginn vielleicht nicht ganz so allein. Nach einem 20 minütigen Spaziergang durch die Stadt erreichten wir dann den Businesspark, in dem auch unsere Praktikumsfirma „Anaeko Ltd.“ ihren Sitz hat. Zunächst hatten wir Schwierigkeiten das richtige Gebäude zu finden, doch nur ein paar Minuten und ein paar hilfsbereiten Passanten später erreichten wir dann das Büro.

Anaeko Firmenbanner vor den Büros
Anaeko Gebäude von außen

Als wir das Büro betraten wurden wir von dem COO sowie unserem Mentor begrüßt und in die Teeküche zu einem Plausch eingeladen. Uns wurden kalte Getränke angeboten, welche wir gerne annahmen, da es auch hier über die Tage sehr heiß war. Nach dem Gespräch wurden uns dann unsere Arbeitsplätze gezeigt und wir richteten uns ein. Eine Weile später kam der CTO aus dem Konferenzraum und bat uns in diesen hinein, wo ebenfalls der CEO saß. Wir setzten und mit an den Tisch, stellten uns vor und redeten dann über unsere ersten Tage und Eindrücke. Dann ging es auch schon direkt los und der CTO stellte uns das vertriebene Produkt, mit dem Namen „ServiceClarity“ vor. Nachdem auch diese Vorstellung vollzogen war, haben wir unsere ersten Aufgaben zugeteilt bekommen, dies resultierte daraus,dass wir jede Menge neue Registrierungen auf diversen Seiten durchführen mussten. Wie sich einer die ganzen Sachen merken soll ist mir bis heute rätselhaft. Neben den Aufgaben machte ich mich ran und las mir ein paar Details zum Produkt durch, um in der ganzen Thematik einen besseren Überblick zu bekommen. Später am Nachmittag ging unser Mentor mit uns in den Konferenzraum, um uns das Produkt und die zugehörigen Dienstleistungen noch einmal etwas genauer zu erklären. Letztendlich verstand ich schon in den Grundzügen wie das alles aufgebaut sein soll, wobei die sprachliche Hürde dazu führte das einiges in Vergessenheit geriet. Gegen 17,30 beendeten wir dann den ersten Arbeitstag und gingen zu unserer Unterkunft zurück. Das Wetter war mittlerweile sehr angenehm, da ein leichter Wind wehte. Geschafft von der Arbeit viel ich schnell ins Bett und wartete schon gespannt auf die Bauarbeiter am Folgetag.

 

Mittwoch:

Mittwoch sollte ein besonderer Tag sein, nicht nur weil am Nachmittag eine Veranstaltung von der Intern Europe Agency angesetzt war, sondern weil unsere Firma auch ein BBQ in der Grünanlage des Businessparks halten wollte. Mit voller Freude ging es nach dem Frühstück also los zur Arbeit. Wir entschieden uns dieses Mal einen anderen Fußweg zu nehmen, der sich später als neue Standardroute etablierte, um auch mal andere Gegenden der Stadt zu entdecken. Auf Arbeit angekommen ging es direkt an die zugeteilten Aufgaben, welche gar nicht so leicht zu lösen waren. Nach dem wir uns stundenlang über den Aufgaben den Kopf zerbrachen ging es erstmal in die Mittagspause. Es sollte mal etwas neues geben, Burritos. Wir liefen also Richtung Stadtkern los, trafen an dem besagten Laden ein, bestellten und verzehrten gleich vor Ort. Ein überraschend tolles Geschmackserlebnis und ein neuer Kandidat auf der Liste beliebter Speisen. Die Mittagspause neigte sich zeitlich langsam dem Ende und wir gingen entspannten Schrittes zurück zum Büro. Nachdem wir wieder an unseren Plätzen waren, wurden wir gebeten den neu verpackten Grill auf und zusammen zu bauen. Nun hieß es also schnell runter in die Grünanlage und aufbauen. Eine kurze Zeit später stand der BBQ-Grill und die Kohle konnte entzündet werden. Während der CTO sich als hervorrangender Grillmeister bewies gingen wir zu unseren Arbeitsplätzen zurück und versuchten weiter an den Aufgaben zu arbeiten. Nachdem Fleisch und Beilagen fertig zum Verzehr vorbereitet wurden, sind wir gebeten worden den Kollegen unten am Grill Gesellschaft zu leisten. Am Grill angekommen konnte ich mich mit vielen Kollegen unterhalten, zu denen man bisher noch keinen Kontakt hatte.

Auswahl des BBQ

Neben leckerem Fleisch konnte ich ebenfalls ein paar Kaltgetränke ergattern. Um den Abend dann noch abzurunden ging es nach dem BBQ zu einer Bar namens „The Parlour“ in der die Veranstaltung von Intern Europe statt fand. Neben einem Freigetränk lernte ich bei sehr schwülem Raumklima neue Leute aus verschiedensten Nationen kennen. In Gruppen zu einem Quiz eingeteilt, konnte sich meine Gruppe durchsetzen und den 1. Platz sichern. Nach dem die Veranstaltung offiziell für beendet erklärt wurde, blieben wir noch ein wenig und kamen ins Gespräch mit einer anderen deutschsprachigen Gruppe. Ein paar Drinks später gingen wir dann aber auch zurück zu unserer Unterkunft um ein wenig Schlaf zu bekommen.

Donnerstag:

Der Donnerstagmorgen bestand hauptsächlich nur aus der neu etablierten Routine : aufstehen, frühstücken, ins Bad, anziehen und los gehen. Nach der Arbeit stellten wir fest, dass unsere Vorräte langsam zur Neige gingen. Wir machten also eine Bestandsaufnahme und gingen zum nächst gelegenen Supermarkt. Alle Gegenstände auf der Liste konnten problemlos beschafft werden und nun hieß es Abendbrot machen. Im Anschluss an das Abendmal wurde in großer Runde ein paar Runden Karten gespielt und später noch ein wenig Serie geschaut.

 

Freitag:

Der Freitagmorgen verlief identisch zu den vorherigen. Auf Arbeit wurden die bisherigen Arbeitsergebnisse besprochen und wir haben noch den restlichen Papierkram mit unserem CTO klären können. Wir verließen das Büro vorzeitig, da von Intern Europe ein Meeting am frühen Nachmittag angesetzt war. In diesem Meeting ging es hauptsächlich darum, wie wir es bis jetzt in unserem Praktikumsstellen finden und wie wir die Stadt sowie Kultur empfunden haben.

Intern Europe Gebäude

Nachdem das Treffen dann vorüber war, entschieden wir uns zunächst in die Unterkunft zu laufen um uns ein wenig zu regenerieren. Als der Abend dann anbrach entschieden wir uns das Nachtleben von Belfast mal ein wenig näher kennen zu lernen. Wir machten uns also fertig und zogen zunächst um die Häuser ohne zielstrebig in das nächste Pub zu marschieren. Nachdem nun aber etliche hundert Meter hinter uns lagen, entschlossen wir uns in das nächste Pub zu gehen. So wie der Zufall es will, setzten wir uns in ein Pub mit dem Namen „the Berliner“. Eine Livesängerin untermalte das schöne Ambiente zusätzlich mit akustischer Musik. Wir bestellten uns einen Drink, nur einen weil die Preise doch sehr teuer waren, und zogen danach weiter. Leider fand sich danach kein gutes Lokal mehr und wir gingen entspannt zu unserer Unterkunft.

 

Samstag:

Der Samstagmorgen sollte eigentlich ein feierliches Ereignis sein, denn die Bauarbeiter bedienten mal nicht um 7:30 den Presslufthammer. Doch wie es kommen musste hatte mich eine Grippe total erwischt und ich hing in den Seilen. Mit eigentlich sehr viel Tatendrang war ich nun an mein Bett/an die Wohnung gebunden. Die einzige Option war nun: viel Schlaf und hoffen das es schnell besser wird. „Dr. Roderic“ hatte mich mit ein wenig Medikation ausgestattet, so war es halbwegs erträglich.

Sonntag:

Der heutige Morgen zeigte dann glücklicherweise ein wenig Besserung. Ich war mir zunächst unschlüssig ob ich den heutigen Trip in den St. George’s Market mitmache, doch mit ein wenig Unterstützung von „Dr. Roderic“ war es dann ein leichtes zum Trip aufzubrechen. Nach einem kleinen Fußmarsch an der Markthalle angekommen erwarteten uns Stände voll mit handgefertigten Unikaten und lokalem Essen. Ich habe in dieser Halle nichts gefunden das meinem Geschmack entsprach. Nachdem die anderen ein paar Kleinigkeiten erworben hatten sind wir zusammen in die „Victoria Square“ Einkaufspassage gegangen, in der wir uns dann in eine Pizzeria gesetzt haben und etwas gegessen haben. Danach waren wir uns alle einig den heutigen Tag ruhig ausklingen zu lassen und gingen wieder in Richtung Unterkunft. Auf der hälfte des Weges entschloss sich dann eine Dreiergruppe um mich, einen Weg entlang des Flusses zu beschreiten. Dieser bot eine schöne Szenerie und eine angenehme Briese. Letztlich an der Unterkunft angekommen haben wir dann entspannt und später zu Abend gegessen. Nach dem Abendessen begann ich dann diesen Blogeintrag zu verfassen und komme nun zum Ende dieses wöchentlichen Reports über mein Abenteuer im Norden Irlands. Nachfolgend kommen noch ein paar Bilder vom heutigen Tag.

Eingang zum Markt
Die Szenerie am Fluss
Aufgang zur Plattform
Ausblick von der Victoria Square Plattform
Ein Blick runter von der Plattform
Ausblick von der Victoria Square Plattform
Ausblick von der Victoria Square Plattform

Ein Gedanke zu „Woche 1

  • 22. Juli 2018 um 19:14
    Permalink

    Eine schöne erste Woche 😉
    Und ein toller Ausblick aus dem Zimmer ^^ immerhin kannst du so fast nicht verschlafen 😋

    Viele Grüße
    Stefanie Kussatz

    Antwort

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